Endlich wieder ein „reiches Nuss-Jahr“

Was damit gemeint ist? Wer die Natur ein wenig durchs Jahr beobachtet, hat festgestellt: letztes Jahr gab es kaum Haselnüsse, Walnüsse, Bucheckern oder Eicheln. Mit nussigen Genüssen kam man letztes Jahr nicht so weit. Dafür haben wir dieses Jahr wieder Glück: ein „reiches Nuss-Jahr“! Damit sollte sich doch etwas anfangen lassen!

Wissenschaftlich betrachtet handelt es sich dieses Jahr um ein sogenanntes „Mastjahr“. Unsere Bäume v.a. in Wald und Flur tragen nicht jedes Jahr gleich viele Früchte. Jahre, in denen Kastanien, Eicheln und Bucheckern zu Hauf vorhanden sind, nennt man Mastjahre. Dieser Name beruht auf Zeiten, als die Bauern ihre Schweine noch in den Wäldern hielten. Gab es Jahre mit vielen Früchten am Boden, fanden die Tiere mehr Futter, daher der Begriff „Mastjahr“.

Mastjahre gibt es regelmäßig. Bei Buchen sagt man, kommen sie alle drei bis sechs Jahre vor, bei Eichen nur alle sechs bis zwölf Jahre. Für Linde und Kastanie gilt sogar ein dreijähriger Rhythmus. Dabei wurde beobachtet, dass sich die Mastjahre in den letzten Jahren häufen, also der Rhythmus kürzer wurde.

Natürlicherweise entsteht dieser Rhythmus durch die Verteilung an Nährstoffen und Nährelementen, die der Baum gespeichert hat. Legt der Baum davon viele in Blüten an und können sich diese ohne Spätfrst ausreichend entwickeln, gibt es viele Früchte. Dadurch hat der Baum aber im Folgejahr etwas weniger an Ressourcen zur Verfügung, wodurch es weniger Blüten und weniger Früchte gibt. So entsteht für jede Baumart ein arttypischer Mastjahr-Rhythmus.

Als einer der Gründe für die vermehrten Mastjahre wird der Klimawandel genannt. Häufigere Spätfröste und sehr warme und trockene Sommer begünstigen die Mast. Einerseits gut für die Bäume, denn sie können mehr Sprösslinge in die Welt setzen. Andereseits haben sie einen deutlich höheren Energiebedarf durch die ständige Mast.

Wer Genüsse direkt vor der Hasutür finden will, der kann sich jedenfalls dieses Jahr wieder einer reichen Ernte erfreuen. Ich habe mal mit den Haselnüssen angefangen. Sie haben ein besonderes Aroma, die Kautätigkeit regt auch die Hirntätigkeit an (daher sind sie im Studentenfutter sehr beliebt) und sie sind reich an Fetten, Zucker, Eiweiß, Vitaminen, sowie Mineralstoffen wie Calzium, Magnesium, Mangan, Silizium, Phosphor und Kalium. Kinder (und nicht nur die!) haben eine helle Freude, die Nüsse direkt vom Baum zu pflücken, zu knacken und einfach roh zu naschen. Aber sie eignen sich auch hervorragend für die Küche! Mischt man z.B. ein paar Karotten dazu, bekommt man einen wunderbar aromatischen Rübli-Kuchen. Ein feiner Ge-Nuss am herbstlichen Nachmittag! Hier geht´s zum Rezept.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s