Winter-Baum-Wissen 3

Der Frühling zieht ein! Sollte man zumindest gerade meinen. Temperaturen um die 20°C, dazu Sonnenschein schmeicheln schon unserer Seele. Das warme Wetter lockt Tiere und Menschen aus ihren „Bauten“, es wird wieder eher hell und erst gegen 18 Uhr dunkel. Dazu hört man endlich auch morgens fleißig die Vögel zwitschern – herrlich!

Auch unsere Flora wird durch die wärmenden Sonnenstrahlen und milden Tag- und Nacht-Temperaturen aus der „Reserve“ gelockt. In anderen Gegenden sieht man sie sicher schon seit längerem, und endlich spitzeln auch bei uns im bayrischen Oberland die Schneeglöckerl, Winterlinge und Vorwitzchen mit ihren bunten Blüten aus der Versenkung. Warum also werden die Bäume noch nicht grün? Sie ahnen wohl, dass es hier nochmal ziemlich zapfig werden kann. Mit Schnee ist es bei uns sicher noch nicht vorbei – und solange die Bäume noch in Knospenruhe verharren, können wir uns ja noch ganz gemütlich etwas der Knospenkunde widmen.

Mit ihren stattlichen, enorm großen und dicken Knospen lässt sich die Rosskastanie (Aesculus hippocastaneus) auch schon von weitem recht gut erkennen. Sie sind mit großen glänzenden, braunen Schuppen ausgestattet, die, wenn es nun wärmer wird, auch ganz schön klebrig werden, da der Kitt-Harz sich bei den wärmeren Temperaturen verflüssigt. Auch die Verzweigung der Krone, die eher durch etwas stärkere Zweige (im Gegensatz zu feinen, dünnen Verästelungen) zu erkennen ist und richtig „wolkig“ wirkt, deutet in der Regel schon auf sie hin. Während wir die Kastanie an sich mit ihren Blättern, Blüten und Früchten nicht in der Küche verwenden sollten, da sie u.a. viele Saponine enthält, können die dicken Knospen durchaus auch in der Gemmotherapie genutzt werden. Eine Tinktur aus Kastanien-Knospen wirkt v.a. schleimlösend. Dies ist besonders bei Beschwerden der Atemwege wie Bronchitis oder Husten empfehlenswert. Dabei sollte mit dem verdünnten Extrakt gegurgelt werden. Äußerlich kann man aus der Tinktur Auflagen gegen Hämorrhoiden oder Krampfadern machen, bzw. das Ganze zur Salbe dafür verarbeiten.

Wer Allergiker ist, der weiß zumindest, dass der nächste Kandidat auch schon kräftig am Pollenflug beteiligt ist. An ihren „Würschteln“ und ihrem meist lichten ausladenden Wuchs erkennt man jetzt auch die Schwarzerle (Alnus glutinosa). Bei genauerer Betrachtung des winterlichen Baumes findet man eventuell auch noch das eine oder andere Zäpfchen aus dem Herbst, das typisch für die Erle ist. Sieht man an den Blüten-Kätzchen „vorbei“ – denn die Würschteln sind nichts anderes als ihre Blüten – erkennt man auch ihre Knospen, die deutlich gestielt sind (auch die sietlichen), und dazu mit rotbraunen, manchmal fast violetten großen Schuppen besetzt sind. So scheinen sie von außen nur von maximal zwei großen Schuppen umschlossen zu sein. Die Erlenknospen sitzen immer wechelseitig am Ast.

Die Knospen der Erle lassen sich sehr gut bei Haut-Beschwerden, wie der Gürtelrose äußerlich anwenden. Leidet man immer wieder an Erkältungen und grippalen Effekten, bzw. typischen Erkrankungen, die auf ein schwaches Immunsystem hindeuten, kann eine Therapie mit dem Schwarzerlen-Knospen-Extrakt ausgleichend und stärkend wirken.

Jetzt ebenso mit gelblich staubenden, proteinreichen Würstchen behangen, ist außerdem die Hasel (Corylus avellana). Einer der für mich „buntesten“ Bäume dieser frühen Zeit im Jahr, denn diese gelblichen Behangsel sind die durchaus hübsch anzusehenden männlichen Blüten der Hasel. Ihre weiblichen sind nicht minder schön, aber deutlich schwerer zu erkennen, denn sie sitzen versteckt in den Zweigachseln hinter den männlichen Kätzchen (die Frauen halten sich ja recht oft gern im Hintergrund). Die Blattknospen sind dabei also nicht wesentlich, um den ruhenden Baum zu erkennen. Sie sind wenig auffällige etwas bauchige Knospen, die mit rötlich-braunen Knospenschuppen besetzt auch immer wecheselständig an den Zweigen sitzen.

Will man eine Entschlackungskur im Frühjahr machen, ist man mit dem Knospen-Mazerat aus den Haselknospen bestens beraten. Es entsäuert unseren Körper bei regelmäßiger Anwendung von ein paar Tropfen verdünnt mit Wasser. Das Ganze sollte aber nür über einen Zeitraum von etwa 3 Wochen angewendet werden.

Ein weiterer Busch, der in der Volksmedizin mit seinen Blättern und Blüten unser Herz stärkt, lässt sich an seinem im Alter recht knorrigem Wuchs erkennen. Dass er zu den Rosengewächsen gehört, finde ich auch an der Art seiner Verzweigung recht erkenntlich. Die gerade abstehenden, oft mit kurzen Abständen versehenen Zweige, erinnern mich deutlich an einen Apfelbaum, der übrigens auch zu den Rosengewächsen gehört. Es handelt sich um den Weißdorn (Crataegus sp.). Wenn man seine Knospen etwas genauer betrachtet, erkennt man bauchige, leicht spitz zulaufende Naturwunder, deren Innerstes von rot-grünen Hüllschuppen geschützt ist. Je weiter das Frühjahr voranschreitet, werden die Spitzen dieser Knospen immer weißer, bevor sie aufbrechen. Wer einen Weißdorn direkt vor dem Fenster hat, dem geht sicher das Herz auf, wenn er ihn aus dem Winterschlaf erwachen sieht!

In der Knospen-Therapie bleibt der Weißdorn seiner bewährten Wirkung treu: Die ganze Pflanze ist einfach etwas für´s Herz! Er wirkt stärkend auf unseren Herzmuskel und dessen Gefäße und wirkt dadurch auch durchblutungsfördernd sowie vorbeugend gegen Gefäßverkalkung.

Zum Schluss noch ein weiterer farbiger, hübscher Winterbusch: seine roten Äste sind gerade in dieser grauen Jahreszeit oft ein Blickfang, und DAS Erkennungsmerkmal schlechthin: der Rote Hartriegel (Cornus sanguinea). Seine Zweige bestechen durch ihre Schlankheit, während die ganze Pflanze meist auch einen breiten Habitus annehmen kann, wodurch eben diese schönen roten Farbtupfer in der winterlichen Landschaft entstehen. Der Rote Hartriegel ist ein weiterer Vertreter der Nudisten, was heißt, dass er seine zarten Blätter und Knospen in ihrer embryonalen Phase ohne schützende Decke in Form von Schuppen ans Licht schickt.

Aber ganz schutzlos schickt auch er seine Sprosse dann doch nicht an die kalte Luft. Durch die feine Behaarung wirken die Knospen des Roten Hartriegels silbrig. Sie sind ganz eng an den roten Zweig geschmiegt, was Kälteschüben zusätzliche Angriffsfläche verwehrt und stehen sich immer gegenüber.

Sein botanischer Name schickt auch schon eine Ahnung voraus (sanguinea von lat. sanguis = Blut), wohin die Wirkung der Knospen-Inhaltsstoffe führt: das Mittel aus Knospen, Alkohol und Glycerin wirkt blutverdünnend und damit auch gut gegen Gefäßverstopfung, und stärkt ebenso unser Herz.

Auch, wenn der Winter also eher eine ruhige, stade Jahreszeit ist und bleibt, kann einem Natur-Liebhaber bei solch vielen Eindrücken und verborgenen Schätzen in der Landschaft eigentlich nie fad werden! Brechen all die kleinen Energiebündel jetzt dann auf, beginnt ja schon fast der „Stress“ für die Kräuter-Kundigen, die versuchen, so viel wie möglich unserer wilden Schönheiten zu verarbeiten. Egal, ob Ihr nun zu denen gehört, die voller Vorfreude warten, oder der „Jede-Jahreszeit-Nutzen-Fraktion“ angehört – genießt es!

Winter-Baum-Wissen 2

Nun ist es nochmal so richtig richtig kalt geworden! Bei Temperaturen um die -10°C zeigt sich dann auch, welche Überlebensstrategie im Winter aufgeht – und welche nicht. Dass sich die Bäume in unseren Breiten also von verdunstendem Laub befreien, um den Sonnenstrahlen – die uns ja trotz Minusgraden noch erfreuen! – nicht völlig erbarmungslos ausgeliefert zu sein, macht also durchaus Sinn. Denn, was wir ein „Winter-Wunderland“ nennen, fein weiß bepuderte Äste, glitzernde Eiszapfen, eine glänzende Eisfläche und hell strahlende weiße Schnee-Flächen unter einem azur-blauen Himmel, bedeutet für unsere Tier- und Pflanzenwelt eine Bedrohung ihres Lebens und damit ihres Fortbestands.

Umso wichtiger scheint dabei also die richtige Strategie zu sein, die das Überleben sichert. Für Laubbäume bedeutet das, dass ihre Knospen, also die Energie-Ladeflächen für das Frühjahr und den Sommer, ausreichend mit Schuppen und Kitt-Harz vor dem Vertrocknen bei der klirrenden Kälte ausgestattet sind.

Bei meinen täglichen Streifzügen habe ich wieder ein paar Vertreter erkennen und bewundern gelernt. Einer davon: unsere gute deutsche Eiche (Quercus robur). Sieht man sich ihre Knospen etwas genauer an, erkennt man gleich das typisch gleichförmige Schuppenmuster, das auch die hübschen Hütchen ziert, in denen später die Früchte sitzen. Meist erkennt man an den Sprossspitzen eine größerem Endknospe umgeben von kleineren Seitenknospen (man nennt diese Anorndung „gehäuft“) und dann verlaufen die restlichen Knospen wechelständig am Zweig entlang Richtung Stamm.

Zu bedauerlich, dass ich davon keine Zweige gefunden habe! Hätte doch der letzte Sturm mir ein paar Äste am Boden beschert! Ein Auszug aus Eichenknospen gilt nämlich gemeinhin als Liebes- bzw. Potenzmittel! Naja, muss es eben ohne gehen… Aber nicht nur für die Liebe soll die Eiche gut sein. Wer unter niedrigem Blutdruck leidet, findet mit der Eiche auch Abhilfe. Zusätzlich kann es bei Überempfindlichkeiten und Allergien hilfreich sein, da das Mittel aus Eichenknospen eine ähnliche Wirkung wie Cortison hat.

In unserem Wald, in dem man vorzugsweise Buchen und Eichen findet, konnte ich glücklicherweise aber auch noch ein Exemplar finden, das man schon eher suchen muss. Da deren Knospen aber unverkennbar gefärbt sind, war es nicht allzu schwer: richtig, die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior). Sie ist schlicht der einzige heimische Baum mit schwarzen Knospen, und damit immer leicht zu identifizieren. Ihre Knospen haben eine kräftigende und vitalisierende Wirkung auf unseren gesamten Metabolismus und nehmen Entzündungen aus dem Körper. Auch für mehr Nervenstärke sind die schwarzen Knospen förderlich.

Ein Busch, der eigentlich schon allein seiner Wuchsform („Habitus“) wegen nicht schwer zu erkennen ist, zeigte mir jetzt Mitte Februar schon teilweise angetriebene Knospen: der Holler-Busch oder Schwarzer Holunder (Sambucus nigra). Seinen Wuchs macht die mehrstämmige Form aus, von denen die einzelnen Stämme bogig nach außen hängen und immer gegenständige Ästchen aufweisen. Die Knospen sind in der Regel dunkelrot bis braun, sitzen auch gegenständig in den Achseln der letztjährigen Äste und haben keine Schuppen. Sie sind also ganz und gar nackt! Ganz schön mutig bei diesen Temperaturen!

Und doch hat der Holunder (scheinbar) keine Schwieirgkeiten, um durch die hiesigen Winter zu kommen, sieht man ihn doch nahezu an jeder Ecke stehen, um uns im Frühjahr mit seinen üppigen duftenden Blütendolden zu erfreuen.

Den Holunder kennen wir als vielfach verwendetes Kraut in der Volksmedizin und auch für die Küche hält er ja so einiges parat: das fängt an bei den Blättern, geht sogar über die Rinde zu den Blüten und Früchten (mehr Infs zum Schwarzen Holunder gibt es übrigens hier und Rezepte sind dort zu finden). Seine Knospen werden – trotz ihrer Nacktheit – auch in der Gemmotherapie eingesetzt. Ähnlich seines Blättertees hat das Holler-Knospen-Mazerat reinigende bzw. entgiftende Eigenschaften. Es wirkt sich ausgleichend auf unser Immunsystem und unseren Stoffwechsel aus und kann zur Genesung bei rheumatischen Beschwerden sowie Bronchialleiden beisteuern. Stellt man aus dem Auzug eine Salbe zur äußerlichen Anwendung her, hilft und beruhigt sie bei unreiner Haut.

Mit neckischen Öhrchen grüßt daneben nicht der Osterhas`, sondern ein weiterer Busch, dessen Knospen so weiß und weich wie Schnee sind: der Wollige Schneeball (Viburnum lantana). Seine Knospen sind etwas für´s Auge – mehr sollten wir auch nicht herausholen. Der Wollige Schneeball ist giftig für den Menschen, dennoch hat er seinen Nutzen für die Tierwelt. Seine roten Beeren hängen oft noch im Winter an den Zweigen. Damit ist zum einen Winter-Nahrung ür die Vögel gesichert und zum anderen ein guter Nistplatz im Frühjahr, denn der Schneeball wächst dicht und schön breit ausladend.

Jetzt bleibt es also noch etwas mildere Temperaturen abzuwarten, dann kann man die Knospen-Schönheiten beim „Aufwachen“ bewundern!

Winter-Baum-Wissen 1

Auch wenn sich im Januar teilweise schon frühlingshafte Temperaturen haben spüren lassen, die einem so richtig die Lust auf den Schnee vergällen, sind wir immer noch mitten im Winter. Hier in Oberbayern zumindest. Hat man hier und da auch schon ein paar mutige, vorwitzige Austriebe von Brennnessel, Knoblauchrauke und Co. erspähen können, sind sie zwischenzeitlich auch wieder von Schnee bedeckt. Auf das große Ergrünen müssen wir allenfalls noch warten.

Und dennoch bietet die Pflanzenwelt draußen vor der Tür auch jetzt Möglichkeiten, aus ihr zu schöpfen. Die Laubbäume stehen noch kahl, aber sie stecken schon voll geballter Vorfreude: genau, in den Knospen! Diese kleinen Dinger sind wahre Wunderwerke der Natur!

Es ist doch absolut faszinierend, dass in so einer kleinen Knospe – nicht mal so groß wie ein Fingernagel! – das komplette Gewebe für Blüten, Blätter und Zweige – die später Ausmaße von mindestens einer Armlänge Pflanzengewebe im Sommer ausmachen – angelegt ist. Alles schon vorhanden! Nur extrem komprimiert!

Nicht verwunderlich also, dass dieses (fachmännisch ausgedrückt) Embryonalgewebe als sehr kraftvoll und heilsam gilt. Die sogenannte Gemmotherapie – also Therapie mit der Hilfe der Knospen (lat. gemma = Knospe, Auge, Edelstein) – in anderen teilen Europas längst und durchaus mehr angewandte Phytotherapie – bekommt auch bei uns zunehmend Anerkennung. Aufgrund Mangel an wissenschaftlichens Studien wird sie jedoch nur begleitend oder ergänzend zur Schulmedizin empfohlen.

Ich habe mich mal in unserem Wald umgesehen und das Erste, was bei der Beschäftigung mit Knospen klar wird – man muss die Laubbäume erstmal an den Knospen bzw. ihren Wintermerkmalen erkennen lernen.

Am einfachsten ist natürlich, einmal zu schauen: hängen vielleicht noch alte Blätter, Fruchtteile oder andere Erkennungsmerkmale am Baum? Dann lohnt sich sicherlich auch mal ein Blick auf den Boden – welche Blätter und Früchte liegen um den Baum herum? Und dann gibt es natürlich noch so eine Art Ausschlussverfahren: wer weiß, dass er sich in einem Buchenwald befindet, der wird eine Kastanie mittendrin von vornherein ausschließen können.

Bei uns gibt es eigentlich so gut wie nur Buchen-Mischwälder, also Wälder, in denen die Buche neben Fichten und Tannen der vorherrschende Laubbaum ist. Die Buche (Fagus sylvatica) gilt ja auch als „die Mutter des Waldes“, weil sie durch ihre ungeheure Blattmasse einen enormen Humusvorrat für den Wald erzeugt. Ihre Knospen sind eigentlich recht leicht zu erkennen: es sind die schlankesten und spitzesten Knospen unserer heimischen Bäume. Dadurch, dass sie so schlank sind, sind sie für ein Gemmo-Mazerat (also ein Knospen-Auszug mit Ethanol und Glycerin) leider nicht besonders ergiebig. Da ich aber keine Bäume schädigen wollte, habe ich schlicht aus einem Berg von Verschnitt, den der Förster wohl vorgenommen hat, seeehr lange ein paar Knopsen gesammelt.

Außerdem konnte ich einen gefällten Bergahorn (Acer pseudoplatanus) finden. Auch diesen armen Tropf habe ich ruhigen Gewissens um seine Knospen gebracht – er wird sie eh nicht mehr brauchen.

Zugegeben, diese beiden Kandidaten sind nicht unbedingt die „üblichen Verdächtigen“ bei der Herstellung von Knospen-Präparaten. In der Regel sind Pappel und Schwarze Johannisbeere die „Alleskönner“. Aber für den Anfang nimmt man doch am besten das, was gerade verfügbar ist; in meinem Fall die Buchen- und Ahorn-Knospen.

Ein Mazerat aus aus Buchenknospen wird beispielsweise bei Cellulite empfohlen. Es wirkt entgiftend, indem es die Leber und die Nieren anregt, zudem antiallergisch, und senkt den Cholesterin-Spiegel. Da kommt mir als erstes eine Salbe für die Cellulite in den Sinn… leider gehöre ich zu denen, die das gut vertragen könnten.

Über (Berg)Ahorn-Knospen ist weit weniger zu erfahren, da diese Pflanze eher seltener in der Anwendung ist. Er wird ebenso zur Senkung des Cholesterin-Spiegels eingesetzt, und hat zudem erweichende Eigenschaften, die sich auf Muskelverhärtungen, Gallensteine, Verstopfung, Adipositas und auch Arteriosklerose positiv auswirken. Auch damit könnte ich etwas anfangen.

Bis der Ethanol und das Glycerin verfügbar sind, um ein Mazerat herzustellen, lassen sich die Knospen einfach in einem Schraubglas im Garten oder auf dem Balkon aufheben (oder im Kühlschrank). Für ein paar Tage ist das vertretbar, ähnlich wie bei (Wild-)Kräutern.

Bleibt noch Zeit, ein paar weitere Baum-Vertreter und deren Knospen näher zu betrachten:

Die Linde (Tilia cordata) hat eine tief gefurchte Borke, ihre Knospen sind mehr knubbelig-dick und stets braun-rötlich bis zum frisch-grünen Austrieb im Frühjahr. Sie sitzen wechelständig am Zweig, wie die der Buche.

Die Walnuß (Juglans regia) erkennt man immer sofort an ihrem „Affengesicht“, das unterhalb der Achselknospe sitzt. Das Affengesicht ist im Grunde die Narbe des abgeworfenen Laubblattes, das zuvor in der Achsel saß. Damit ist es fast schon hinfällig, die silbrig-behaarten Endknospen zu beschreiben, die von ihren eher mit grün-braunen Knospenschuppen besetzten Seiten-Knospen am Zweig begleitet werden, und viel weniger auffällig sind, als dieses markante Abschlussgewebe.

Und dennoch ist es natürlich immer sicherer, wenn man Fach-Literatur zur Hand hat, und sich die Pflanze auch als Ganzes ansieht, damit man am Ende nicht doch noch einer Verwechslung aufliegt. Im Internet findet man zahllose „Schnellbestimmungs-Schlüssel“, die sich zur groben Einordnung zumindest ganz gut eignen.

Sollte dennoch Unsicherheit bestehen, lässt man der Pflanze lieber die Knospen, und stellt lieber ganze Zweige in eine Vase. Dann ist es auch eine schöne Überraschung, wenn die Knospen später aufbrechen und schöne, dekorative Blätter (und vielleicht auch Kätzchen und Blüten) enthüllen.

In jedem Fall sollte man die Knospen immer lieber von frischem Verschnitt – und davon findet man in Wald und Flur jetzt wirklich reichlich – als von den lebenden Bäumen brechen. Während man sich selbst „nur“ eine Verbesserung kleiner Wehwehchen davon versprechen kann oder einen kleinen Snack, bedeutet es für die Pflanze den Verlust von sehr viel Arbeit und Energie, die sie in die Entwicklung der Knospen investiert hat.