Nanu! Winter-Frisches aus dem Garten!

Zu meinem größten Bedauern habe ich keinen besonders großen Garten, in dem wir auch Gemüse oder Obst anbauen könnten. Wir verfügen lediglich über ein paar kleine Beerensträucher, und im Frühjahr ziehen wir ein bisschen Nasch-Gemüse wie Tomaten, Karotten und Gurken in großen Töpfen. Auch zwei Erdbeer-Stauden haben im Kübel ein Plätzchen gefunden.

Und da ich seit meiner Ausbildung zu Kräuterpädagogin nicht mehr rigoros alles ausreiße, was meinem Empfinden nach nicht dem Wesen eines gepflegten Beetes/Gartens entspricht, findet sich so manch anderes hübsches Kraut immer wieder zwischen den Zier- und Gartenpflanzen.

Und wie ich so über meinen winterlich „ungepflegten“ Gemüse-Kübel blicke, strahlen mich förmlich kleine frische grüne Blattrosetten daraus an, gar nicht braun und welk, sondern im Gegenteil erfrischend-lebendig, kraft-strotzend und ganz schön fein! Da hat sich doch glatt der Feldsalat nochmal blicken lassen, den ich erst im kommenden Frühjahr erwartet hätte!

Na, das ist doch schon einen kleinen Freuden-Jauchzer wert! Gerade in dieser grauen, lichtarmen Winterzeit, in der wir nicht wissen, wie lange wir noch vitaminreiches und frisches Obst und Gemüse kaufen dürfen, weil doch an jeder Ecke die Quarantäne lauert… da kommt mir dieser „Frischling“ wirklich gerade recht!

Also gleich mal eine Hand voll gepflückt und rein in den gemischten Salat! Dazu noch ein feines Dressing mit gutem Allerlei aus dem Vorrat und fertig ist eine gesunde, frische, vitmainreiche Mahlzeit!

Das Dressing mache ich aus Buttermilch, Essig und Öl nach Wahl (hier haben wir auch eine große Auswahl an Kräuteressigen und -ölen; da kann man ja wirklich sämtliche Wisenkräuter einsetzen), einem Teelöffel Bärlauchpesto und einem Teelöffel Löwenzahnmarmelade (anstatt Zucker) aus dem Vorratsschrank. Abgeschmeckt wird natürlich mit Salz und Pfeffer und wer es mag, kann noch Brennnesselsamen dazu geben. Perfekt!

Und so viel Gutes steckt im Feldsalat: Wie viele gar nicht wissen, ist der Feldsalat ja sogar ein heimischer wilder Salat. Er blüht sehr hübsch hellblau im Sommer, aber da fällt er einem gar nicht mehr so richtig auf, weil man ihn ja nur als rosettenartiges Gemüse kennt und weil er dabei recht unscheinbar am Wegesrand steht.

Das Gemüse aus der Familie der Baldriangewächse mit dem wissenschaftlichen Namen Valerianella locusta wird auch gern Mausohrsalat, Ackersalat oder Rapunzel genannt. Er ist reich an Provitamin A, Vitamin C, Folsäure sowie Eisen, Kalium, Calcium und Magnesium und damit eine wertvolle Bereicherung unserer Winter-Kost. Seinen nussigen Geschmack verdankt er u.a. den ätherischen Ölen.

Und auch unter dem Schnee bleibt er schön grün und knackig!

Dass der Feldsalat in meinem Gemüse-Beet einen Platz eingenommen hat, verdanke ich der glücklichen Fügung. Seine Samen wurden bei mir im Garten eingeschleppt und er samt sich nun jedes Jahr munter weiter aus. Er ist eben eines der Wildkräuter, die jetzt dem Frost und dem Schnee trotzen und die hier wirklich gern gesehen sind!

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