Frische gegen den Winterblues

Puh, selbst wenn der Winter sich bei uns hierzulande gern auch von seiner weißen und sonnigen Seite zeigt, bleiben die Tage mit „Winterblues“ nicht aus. Trübe und graue Tage gibt natürlich auch. Und wenn dann vielleicht noch der Schnee ein wenig gewichen ist und den Blick auf den winterlichen Waldboden frei gibt, lohnt sich schon mal ein Blick nach unten. Denn gerade, wenn sich der Trübsinn einstellt, können frisches Grün und Vitamine vom Wegesrand besonders wohltuend auf Körper und Geist wirken. Scharbockskraut (Ranunculus ficaria) und Giersch (Aegopodium podagraria) habe ich leider noch nicht gefunden, dafür konnte ich die ersten Triebspitzen der Brennnessel (Urtica dioica), teilweise versteckt zwischen altem modrigen Laub und ein paar immergrünen Efeublättern finden. Welche Freude, die Königin der Kräuter lässt sich schon am 1.Februar blicken! Wie es sich eben für eine Königin gebührt, zeigt sie sich schon früh im Jahr ihren Untertanen!

Ganz weich und samtig, noch gar nicht „stachelig“ oder gar brennend, fühlen sich die frisch-grünen, leicht rot angelaufenen Blätter an. Die rote Färbung haben die Blättchen als Sonnenschutz, da es um diese Jahreszeit noch wenig Schatten durch die Bäume gibt und die Sonne die jungen Blätter sonst leicht verbrennen könnte. Man muss ein bisschen suchen, aber wenn man ihre Standorte vom Vorjahr kennt, weiß man, wo man suchen soll. Sind die Blättchen und Triebe vorsichtig abgepflückt, nimmt man schon den vertrauten Brennnessel-Geruch wahr, etwas waldig und herzhaft-bitter. Kein Zweifel, dass ich die Brennnessel gefunden habe, keinen ungenießbaren Vertreter.

Da die Brennnessel ja bekanntlich ein paar Triebe einbüßen kann, ohne größere Schäden davon zu tragen, nehme ich eine Handvoll Blättchen mit nach Hause, um der Familie ein bisschen frische Vitamine unter´s Mittagessen „unterzumogeln“. Denn Vitamine hat sie reichlich: A, B, C und E, auch Flavonoide, Carotinoide, Gerbstoffe, und Mineralien wie Eisen, Kalium, Magnesium, Silicium (in Form der löslichen Kieselsäure), sowie Natrium machen sie zu einem wahren Gesundheits-Booster – gerade nach der licht- und vitaminarmen Jahreszeit. Bei uns gibt es heute

Dinkel-Laugen-Brezen mit Kräuterquark

Für unseren 6-Mann-Haushalt habe ich verwendet:

Für die Brezen:

  • 1 kg Dinkelmehl (man kann aber auch einfach Weizenmehl verwenden; ich hatte einfach gerade nur viel Dinkelmehl vorrätig, weil ich gern abwechsle)
  • 1 Würfel Hefe (oder 2 Päckchen Trockenhefe)
  • 2 TL Salz
  • 1 Prise Zucker
  • 1/2 l lauwarmes Wasser
  • 50 g Haushaltsnatron
  • ca. 1 1/2 l Wasser für die Lauge
  • grobes Salz zum Bestreuen

Für den Kräuterquark:

  • 250 g Magerquark (geht auch die 40%-Fett-Variante; ich schau nur immer a bisserl auf die Kalorien…)
  • 3 EL Buttermilch
  • 3 Lauchzwiebeln
  • 1 Handvoll frische Petersilie (zugegeben, meine ist aus dem Supermarkt, aus Italien importiert, die ganz umweltbewussten Oekomamas haben sie sicherlich aus der Tiefkühlung aus dem eigenen Garten)
  • 1 Handvoll frische Brennnessel-Blätter
  • (ich habe noch 1TL Bärlauch-Petersilien-Pesto aus dem Vorrat genommen; man kann auch anderes Pesto oder Würzpasten nach Belieben zufügen)
  • 1 EL Zucker
  • Salz, Pfeffer nach Belieben

Die Hefe wird zunächst mit etwas lauwarmen Wasser und dem Zucker angerührt. In die große Teigschüssel gibt man das Salz und das Mehl. Wenn die Hefe sich gut aufgelösthat, gibt man das Gemisch zum Mehl und fängt an zu rühren bzw. zu kneten. Auch das restliche Wasser wird zugegeben. So entsteht der Hefeteig. Diesen lässt man zugedeckt für mind. 1 h an einem warmen Ort gehen.

In der Zwischenzeit werden die Zwiebeln fein geschnitten und die Kräuter fein gehackt. Der Quark wird mit der Buttermilch cremig gerührt und anschließend alle Gewürze untergemischt. Mit Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken.

Nun den Ofen auf 220°C Umluft vorheizen und mit Backpapier belegte Backbleche bereitstellen. In einem großen Topf das Wasser für die Lauge zum Kochen bringen.

Der Hefeteig wird nun in 10-12 gleich große Portionen geteilt. Diese Teiglinge zu Würsten formen, die in der Mitte etwas dicker sind und an den Enden dünner auslaufen. Die typische Brezenform mit dem Knoten in der Mitte formen. Wenn das Wasser kocht, den Natron zufügen und die rohen Brezen einzeln mit einer Schaumkelle in die Lauge tauchen. Kurz in der kochenden Lauge schwimmen lassen und wieder abseihen. Die gelaugten Teiglinge auf ein Backblech geben und mit grobem Salz nach Belieben bestreuen. Sie sollten auf dem Blech nicht dicht an dicht liegen. Zum Schluss die Brezen ca. 15 bis 20 Minuten auf mittlerer Schiene backen.

Wer liebt nicht warme, frische Brezen? Die warmen duftenden Brezen mit dem erfrischenden Kräuterquark servieren und am besten in guter Gesellschaft genießen!

Ich gebe zu, meine Gesellschaft musste ich mir schlussendlich „gut“ reden, denn wer kennt sie nicht, die Kinder, die IMMER etwas zu nörgeln haben? Dem einen waren zu viele Zwiebeln im Quark, der nächste deklarierte, er esse Brezen sowieso IMMER NUR mit Butter… noch dazu sehen die selbst gebackenen Brezen (natürlich!) nicht aus, wie die beim Bäcker!

Na gut, mir schmeckt´s trotzdem und der Duft von Brezen und einem kleinen Hauch von Frühling (durch die frischen Brennnesselblätter) hat trotzdem ein bisschen gegen den Winterblues geholfen! Hoffentlich hilft´s Euch ebenso beim Nachkochen!

Ihr findet das Rezept für 4 Personen auch hier.

Noch mehr Rezepte gibt es außerdem auf dieser Seite.

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